Kreissparkasse Groß-Gerau, Erweiterung des Kundenparkplatzes mit Neubau einer Tiefgarage

Bauherr : Kreissparkassse Groß-Gerau
Investitionskosten : ca. 6,2 Mio. DM
Auftrag : HOAI § 15, 1-9 Objektplanung
HOAI § 64, 1-6 Tragwerksplanung
Bearbeitungszeitraum : 1994-1998

 

Der Kundenparkplatz der Kreissparkasse Groß – Gerau wurde durch die Errichtung eines ebenerdigen Parkdecks mit einem Tiefgaragengeschoß erweitert. Die Anzahl der neu erstellten Stellplätze im Parkdeckbereich beträgt 30 Stellplätze auf dem ebenerdigen Parkdeck, und 33 Stellplätze im Tiefgaragengeschoß. Das obere Parkdeck wurde in einen umfangreichen Begrünungsstreifen eingebunden, um den Straßenzug der Friedrich – Ebert – Anlage aufzuwerten.
Die Zufahrt zu dem Parkdeck ist nur mit der Euroscheckkarte mit Geldchip möglich. Die Kosten für die Parkzeit werden entweder von der Geldkarte oder von dem Girokonto abgebucht.

 

Spezialtiefbau

–  gedrückte Stahlspundwand ohne Rückverankerung eingespannt in den Boden
max. Wandlänge hmax = 10,00m, annähernd wasserdichter vertikaler Abschluß der Baugrube.
Rammen der Spundwände war wegen der Erschütterungen bei gleichzeitiger Innenstadtlage nicht
möglich.Ein  gutachterliches Beweissicherungsverfahren der Nachbarbebauung wurde vor Beginn
der Verbau – und Wasserhaltungsarbeiten durchgeführt.

 

Wasserhaltung, Grundwasserverhältnisse während der Bauzeit

–  Vorübergehend während der Bauzeit wasserdichte Weichgel – Injektionssohle von ca. 1 Meter Dicke mit einer Durchlässigkeit von k * 10 -8  m/s in auftriebssicherer Lage.
ca. 6 – 7 m Tiefe unter der Geländeoberkante.
Eine komplette Grundwasserabsenkung mit offener Wasserhaltung schied aus Gründen der
erheblichen Wassermengen bei gleichzeitiger Innenstadtlage und unterirdischer Grenzbebauung aus.

–  Im Teilbereich Anschluß an den Bestand wurde die Herstellung der Injektionssohle durch ein
Spezialverfahren mittels Kernbohrungen durch die vorhandene später abzubrechende Rampensohle und Herstellen eines Injektionskörpers unter der Kellersohle des Bankgebäudes durchgeführt.

 

Bauwerk

–  Ausbildung als wasserundurchlässige, weiße Wanne im Grundwasser. Anschluß weiße Wanne
Parkdeck an vorhandene schwarze Wanne Bankkeller mittels Abdichtung auf Basis von
aufquellendem Bentonitpulver, sowie konventioneller Fugenausbildung mit
Los-Festflanschkonstruktionen.

–  Decke als punktgestützte Flachdecke ohne Unterzüge in B35, d = 30 cm mit Nachweis von leichtem LKW – Verkehr bis Brückenklasse 16/16, Nachweis der Durchstanzsicherheit durch DEHA – Dübelleisten.

–  Stützen als Rundstützen mit Durchmesser d = 30 cm mit 9% Bewehrungsgehalt und geschraubten
Bewehrungsstößen (Halfen Muffenstöße).

–  Spätere Aufstockung des Gebäudes (EG Parken, 1. OG Büro, 2. OG Büro) um maximal 3
Geschosse wurde als Option für die Stützen, Wände und die Gründungsplatte offen gehalten.

–  Wände in Ortbeton in B25WU, d = 30 cm. Beschränkung der Rißbreiten nach Meyer.
Frühe und lange Nachbehandlung zur Schwindrißvermeidung. Arbeitsfugenausbildung ca. alle 8m.

–  Sohle in B25WU, d = 50cm als tragende, elastische Bodenplattenflächengründung.
Beschränkung der  Rißbreiten nach Meyer.
Frühe und lange Nachbehandlung zur Schwindrißvermeidung.

–  Arbeitsfugen Bodenplatte-Wand, Wand-Wand, wurden standardmäßig mit Contec – Verpreßschlauch
ausgeführt.

 

Nebenarbeiten

–  Sicherung der Nachbargrundstücke zur Herstellung des Verbaus und der Baugrube

–  Abbruch der bestehenden Rampe zum Keller der Kreissparkasse teilweise im Grundwasser liegend.

–  Abbruch einer bestehenden Bruchsteinmauerwerkswand auf dem Nachbargrundstück
mit Lagerung der Steine und späterem Wiederaufbau unter Verwendung der zuvor
abgebauten Steine.