Kreisklinik Langen, Bettenhaussanierung

Bauherr: Kreiskliniken Langen-Seligenstadt GmbH
Objektplanung:   Vehling Architekten Ingenieure BDA, Bad Vilbel
Investitionskosten: ca. 18,5 Mio. DM
Auftrag: HOAI § 64, 1-6 Tragwerksplanung
Baukoordination für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Bearbeitungszeitraum: seit 1996

 

Die Teilsanierung des Bettenhauses umfaßt den Anbau von Räumen für Sanitärzellen an der gesamten Südfassade in 6 Geschossen, die Sanierung der Bettenzimmer in begrenztem Umfang, die Reaktivierung der Aufenthaltsräume sowie die Installierung von Duschräumen im Bereich der bisherigen Patienten-WC`s. Ein Anbau entlang der Südfassade vor den Bettenzimmern vom 2. bis zum 7. Obergeschoß nimmt Sanitäreinheiten mit WC und Waschtisch für jedes Zimmer auf. Die jetzige Umbaumaßnahme Bettenhaussanierung in der Kreisklinik Langen lässt sich in statischer Hinsicht in 2 Einzelmaßnahmen unterteilen.

 

1. Erweiterung Lüftungszentrale Dach

Die vorhandenen Lüftungszentralen auf dem Dach wurden durch einen Raum neben dem vorhandenen Aufzugsmaschinenraum erweitert. Das Dach wurde mittels einer typengeprüften Fertigteildecke aus Spannbeton – Hohlplatten System VMM ausgebildet.

 

2. Naßzellenkonstruktion in Stahlbauweise an der Südfassade

Die Nasszellen besitzen einen trapezförmigen Grundriß mit den Längen ca. 2,80m bzw. ca. 1,90m
und  kragen ca. 2,50m von der bestehenden Fassade aus. Die Stahlbetondecken sind 12cm stark und übertragen die vertikalen Geschoßdeckenlasten auf die Stahlkonstruktion. Sie werden mit Hilfe von Kopfbolzendübeln an die Stahlkonstruktion angeschlossen und übernehmen die horizontale Aussteifung der Stahlkonstruktion in der Deckenebene.
Im räumlichen Stabwerksmodell der Stahlkonstruktion werden die Decken als drucksteife Diagonalstäbe in der horizontalen Deckenebene mit entsprechend hoher Steifigkeit abgebildet. Die Stahlkonstruktion ist ein räumliches Stabwerk, das vertikal alle Lasten über die in den Stahlbetonhauptstützenachsen des bestehenden Stahlbetonskelettbaus stehenden Stahlhauptstützen direkt in die Gründung abträgt. Die Horizontallasten werden jeweils in Deckenhöhe in die vorhandene Stahlbetonkonstruktion eingeleitet. Die Auskragung des Systems wird über Fachwerkdiagonalen jeweils wieder in die Stützenachse zurückgehängt. Die Hauptstütze und der Deckenträgerrost werden biegesteif ausgeführt. Alle anderen Stäbe werden gelenkig an die Hauptstütze bzw. den Deckenträgerrost angehängt. An der bestehenden Fassade wird durch Langlochanschlüsse gewährleistet, dass nur horizontale Lasten in die bestehende Stahlbetonskelettkonstruktion eingeleitet werden.
Die Lasten aus der neuen Stahlhauptstütze können nicht in die vorhandene Gründung eingeleitet werden, da die vorhandenen Fundamente weitgehend ausgenutzt sind. Die vorhandenen Fundamente werden daher durch dreieckige Verteilungsträgerroste aus Stahlbeton B35 bis B55, je nach zur Verfügung stehender Höhe, überbaut. Die Verteilungsträgerroste lagern auf jeweils 3 Gewi – Stahlverpreßpfählen System Dywidag, die unmittelbar an der vorhandenen Kellerwand des
Hauptgebäudes eingebohrt und verpreßt wurden. Die Stahlkonstruktion wird mit Trockenbauwandelementen F – 90 brandschutzverkleidet. Die Fassade ist eine Blechkassettenkonstruktion, deren Unterkonstruktion aus Stahl am Stahlhaupttragwerk und den Betondecken verankert wird.
Permanentgerüstanker werden an die Stahlunterkonstruktion der Fassade angeschlossen, um bei späteren Reinigungs – und Wartungsarbeiten an der Fassade Arbeitsgerüste problemlos zu verankern.